Chronik des Orchesters

Im Dezember 1969 veranstaltete das Theodor-Heuss-Gymnasium in Ludwigshafen am Rhein ein Schulkonzert um einen Einblick in die musikalische Arbeit an der Schule zu geben. Erstmals bei einer solchen Veranstaltung trat ein Blasorchester an die Öffentlichkeit, das kurz zuvor von Hans Pfeifer gegründet worden war. In den folgenden Jahren schuf der Dirigent aus dem kleinen Schulorchester einen Klangkörper mit zeitweilig über 100 Musikern, der mit anspruchsvollen Programmen auf höchsten Niveau im In- und Ausland zu Ansehen kam. Die erste Auslandsreise fand 1973 statt und führte nach Frankreich in die Partnerstadt Lorient. Mittlerweile haben im Rahmen dieser Partnerschaft über 15 Begegnungen stattgefunden, die letzte im Jahr 2006, als das Orchester in Frankreich zu Gast sein durfte. Weitere Auslandsreisen führten das Orchester in die Sowjetunion und die USA.

Im Jahr 1987 wurde das Blasorchester zu einem eigenständigen Verein mit neuem Namen als „Jugendblasorchester Ludwigshafen e.V.“ ausgegründet. Nach 25-jährigem Engagement für das Orchester gab Hans Pfeifer den Dirigentenstab übergangsweise an Heinrich Hölzli weiter. Von 1996–2000 leitete Jens Jourdan das Blasorchester. Im Jahr 2000 wurde das Orchester in „Sinfonisches Blasorchester“ umbenannt, um der geänderten Zielrichtung des Orchesters zu folgen. Statt nur Jugendliche anzusprechen, sollte das Orchester in Zukunft für alle Altersgruppen offen stehen. Kurz darauf übernahm auch ein neuer Dirigent die Leitung: Hans Breika, hauptberuflich Bassposaunist an der Staatsphilharmonie in Ludwigshafen.

Nachdem das Orchester im Sommer 2012 mehrere Monate kommissarisch von Thomas Kuhn geleitet wurde, liegt die Leitung seither in den Händen von Dorian Wagner (geb. Weißinger). Nach mehrjähriger Pause kehrte das Orchester im Jahr 2013 in seine „angestammte Spielstätte“ (Zitat aus der Rheinpfalz) zurück und gab im Pfalzbau Ludwigshafen unter dem Titel „Orient et Occident“ sein Jahreskonzert. Die Konzerte in Limburgerhof im Frühjahr sowie in der Ludwigshafener Herz-Jesu-Kirche an Weihnachten erwiesen sich immer größerer Beliebtheit und entwickelten sich zu einem festen Bestandteil der Spielzeiten des Orchesters. Beim Konzert im Pfalzbau 2014 zeigte das Orchester eine beachtliche musikalische Entwicklung, die es auch in den nächsten Konzerten fortsetzte. Im Jahr 2015 folgte eine Überarbeitung des Außenauftritts mit einem neuen Plakatdesign und neuer Homepage. Das Konzert im Pfalzbau 2015 mit dem Leitthema Raum. Klang. Welt. war ein großer Erfolg mit über 400 Zuhörern und mehreren Höhepunkten, darunter das Paukenkonzert „Raise the Roof“ von Michael Daugherty und dem Solisten Dominique Civilotti.

In den nächsten Jahren setzte sich die positive musikalische und organisatorische Entwicklung des Orchesters fort. Zu den Höhepunkten zählten die Aufführungen von Rolf Rudins Requiem für gemischten Chor und sinfonisches Blasorchester im Mai 2017 gemeinsam mit dem Konzertchor der Stadt Mannheim, das Konzert im Pfalzbau 2016, bei dem das Orchester das sehr selten komplett aufgeführte Werk Hymn of the Highlands von Philip Sparke mit eigenen Solisten spielte sowie das Konzert im Pfalzbau 2017 mit II Concerto von Óscar Navarro und dem Solisten Julius Kirchner (Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz). Das Konzert im Frühling 2018 mit dem Leitthema Vorhang auf! in der Friedenskirche Ludwigshafen wurde zum ersten ausverkauften Konzert in der jüngeren Orchestergeschichte, und auch beim Konzert im Pfalzbau im gleichen Jahr konnte ein neuer Besucherrekord verbucht werden. Später im Jahr wurde das Weihnachtskonzert zum ersten Mal auch in der Gedächtniskirche Speyer aufgeführt. Insgesamt besuchten 2018 erstmalig mehr als 2.000 Zuhörer die Konzerte des Orchesters.

Ehemalige Dirigenten

Hans Breika

war von 2000 bis 2012 Dirigent des Sinfonischen Blasorchesters Ludwigshafen.

Geboren 1958 in Temeschburg (Rumänien), erhielt er im Alter von 5 Jahren Geigenunterricht und gelangte später über die Trompete zur Posaune. Ab 1977 studierte er an der Musikhochschule in Freiburg Schul- und Orchestermusik und absolvierte Dirigierkurse bei Prof. Trevis und Markus Lehmann.

Neben solistischen Tätigkeiten am Institut für neue Musik in Freiburg mit Arturo Tamayo und Pierre Richard war er Mitglied im Ensemble „Contrechamps“ in Genf (Schweiz). Seit 1984 ist Hans Breika als Baßposaunist Mitglied der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz in Ludwigshafen. Er ist Mitglied des Posaunenquartetts „Trombonissimo“ und hat in den letzten Jahren viele Konzerte mit verschiedenen Kammermusikensembles und Orchestern geleitet.

 

Jens Jourdan

leitete das Orchester von 1996 bis 2000.

Geboren 1965 in Darmstadt, begann er im Alter von 15 Jahren mit dem Trompete spielen und leitete ab 1983 sein erstes Orchester. Von 1986 bis 1991 studierte er an der Staatlichen Hochschule für Musik Heidelberg/Mannheim die Fächer Orchester- und Schulmusik. Während dieser Zeit war er 1987 Gründungsmitglied des Landesjugendjazzorchesters Hessen und absolvierte 1988 beim Landesmusikverband Hessen eine Ausbildung zum Vereinsdirigenten. Von 1992 bis 1995 war er Teilnehmer eines Aufbaustudiums bei Edward Tarr an der Schola Cantorum Basiliensis.

Jens Jourdan ist Mitglied der Heidelberger Sinfoniker und seit 1990 Lehrkraft an der städtischen Musikschule Ludwigshafen. Als Orchestermusiker und Solist war er an Rundfunk- und CD-Aufnahmen beteiligt und Tourneen führten ihn bisher u.a. nach Israel, Ungarn und in die USA. Neben dem Jugendblasorchester Ludwigshafen leitete er von 1993 bis 1997 den Musikverein Schifferstadt. Außerdem arrangiert er Werke für sinfonisches Blasorchester. Er absolvierte einen B-Dirigentenlehrgang bei Felix Hauswirth an der Bundesakademie in Trossingen und studiert Blasorchesterdirektion an der Hochschule für Musik in Basel (Schweiz).

 

Professor Hans Pfeifer

Gründer und über 25 Jahre lang Dirigent des Jugendblasorchesters Ludwigshafen, wurde 1934 in Obersteinbach (Mittelfranken) geboren.

Er studierte am Bayerischen Staatskonservatorium in Würzburg Klavier, Geige und Trompete und später dann Klarinette. 1956 kam Hans Pfeifer nach Ludwigshafen und wurde Mitglied des Pfalzorchesters, der Vorgänger der heutigen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, ab 1964 als Soloklarinettist. Von 1972 bis 1992 wurde er in das Orchester der Bayreuther Festspiele berufen. Ab 1974 war er mit der Musikhochschule Heidelberg/Mannheim verbunden, zunächst als Dozent, ab 1979 dann als Professor für Klarinette.

1988 wurde ihm die Peter-Cornelius-Plakette des Landes Rheinland-Pfalz für seine Verdienste im Bereich der Musikpflege und für seinen Beitrag zur Förderung des künstlerischen Nachwuchses verliehen. Der Bundespräsident zeichnete Professor Hans Pfeifer 1989 mit dem Bundesverdienstkreuz aus.

TONTRÄGER

Das Jugendblasorchester Ludwigshafen hat 2 Tonträger veröffentlicht. Bei Interesse schreiben Sie uns einfach eine Email.

Im Jahre 1994 erschien zum 25jährigen Bestehen des Orchesters, wieder in Zusammenarbeit mit dem Südwestfunk (SWF4), eine CD mit 5 eingespielten Transkriptionen bekannter klassischer Werke, aufgenommen im Studio des Rundfunkorchesters des Südwestfunks in Kaiserslautern:

Claude Debussy (arr. W. A. Schaefer)
„Fêtes“ (aus „Trois Nocturnes“)

Anton Bruckner (arr. L. Dytrt)
4.Sinfonie, 3. Satz (Jagdscherzo)

Alexander Borodin (arr. M. Hindsley)
„Polowetzer Tänze“ (aus der Oper „Fürst Igor“)

Wolfgang A. Mozart –  (arr. M. J. Isaac)
„Die Entführung aus dem Serail“ – (Ouvertüre)

Johann S. Bach (arr. E. Leidzen)
„Toccata und Fuge in d-moll“

Im Jahre 1989 erschien in Zusammenarbeit mit dem Südwestfunk (Landesstudio Rheinland-Pfalz) eine Doppel-LP mit Werken verschiedener musikalischer Gattungen. Von volkstümlicher Musik und Märschen über Big Band-Literatur bis hin zu Originalkompositionen für sinfonisches Blasorchester und Transkriptionen klassischer Werke ist alles enthalten:

Johann Gottfried Rode
„Der Jäger aus Kurpfalz“ (Marsch)

J. Benes
„In der Pfalz blühen unsre Reben“

Julius Fucik
„Florentiner Marsch“ op. 214

Warren Barker
„Sousa“

Warren Barker
„Broadway Show-Stoppers“ (Ouvertüre)

Jerome Kern
„A Tribute to Jerome Kern“

Frank Perkins
„Fandango“

Moss
„The Floral Dance“

Glenn Osser
„Beguine Festival“

George Gershwin
„An American in Paris“

Antonin Dvorák
„Slawische Tänze“ op. 46

Edward Elgar
„Pomp and Circumstance“ op. 39 Nr. 1

Ludwig van Beethoven
„Marsch des Yorkschen Korps“

Paul Hindemith
„Geschwindmarsch“

Dimitri Schostakowitsch
„Festliche Ouvertüre“ op.96

Gustav Holst
„Zweite Suite für Blasorchester“

Gustav Holst
„Mars“ (1.Satz aus „Die Planeten“)